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Tintenstrahldrucker und ihre Funktionsweise


Druckdüse in Ruhestellung

Druckdüse unter Spannung
Tintenstrahldrucker drucken zeilenweise indem sie viele winzige Tröpfchen auf das Papier
schießen: Die durchschnittliche Tintenmenge pro Druckpunkt beträgt nur wenige Pictoliter!
Die Druckerdüse (üblicherweise hat jeder Druckkopf mehrere, teilweise über 100 Düsen!) ist im Ruhezustand mit Tinte gefüllt. Soll nun ein Punkt gedruckt werden, wird in der Düse ein Überdruck erzeugt. Durch diesen Überdruck wird die Tinte aus der Düse herauskatapultiert, landet auf dem Papier und sollte hier eintrocknen.

Für die Erzeugung des Überdrucks gibt es zwei Verfahren: Beim Bubble-Jet-Verfahren wird die Tinte erhitzt. Durch diese Erhitzung entsteht eine Dampfblase und die Tinte wird aus dem Druckkopf geschleudert. Das Piezo-Verfahren hat statt dem Heizelement winzige Piezo-Kristalle, die sich beim Anlegen einer Spannung krümmen. Durch diese Krümmung wird der Raum in der Druckerdüse verkleinert und durch den dadurch
entstehenden Überdruck wird die Tinte vorne hinausgepresst.

 

Und wie funktioniert das genau?

Entstehung eines Tintentropfens in Zeitlupe:
- extreme Erhitzung der Tinte mit über 100°C/µsec erzeugen eine Dampfexplosion im Druckkopf
- es entsteht eine Tintenblase (ähnlich wie bei Wassertropfen auf der Herdplatte)
- Durch den Überdruck kollabiert die Tintenblase und der Tintentropfen wird ausgestoßen
- Der Druckkopf wird mit neuer Tinte befüllt (mit dem Ausstoß der Tinte entsteht ein Unterdruck,
durch den frische Tinte aus dem Vorratsbehälter nachgezogen wird)
Moderne Drucker haben teilweise über 100 solcher Kammern an einem Druckkopf.

Auflösung und Datenmenge

Falls Sie einen Drucker besitzen haben Sie sich sicher schon gewundert, warum die Ausdrucke so langsam erstellt werden. Der eigentliche Grund sind die ungeheuren Datenmenge die beim Foto-Druck verarbeitet werden müssen.
Normale Tintendrucker arbeiten mit 4 Farben (Cyan, Magenta, Yellow, Black = CMYK). Durch direktes Überdrucken sind noch die Farben rot, blau und grün druckbar und wenn keine Tinte auf das Papier kommt,
haben wir noch die Papierfarbe, in der Regel weiß. Damit ergeben sich 8 Farben, die sich durch 3bit codieren lassen (2^3 = 8). Alle anderen Farben werden gerastert.

 

             

 

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100
110
101
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111
Eine Seite A4 mit 210x297mm ergibt folgende Datenmengen:

20x28(cm^2) entsprechen ca. 87inch^2 (1 inch = 2,54cm).
Die Auflösung wird in dpi angegeben (Punkten pro Inch)
Datenmenge= Fläche*horizontale Auflösung*vertikale Auflösung*Bit pro Pixel
- 300dpi = 2,8MByte
- 600dpi = 11,2MByte
- 200dpi = 44,8MByte
- 1440dpi = 64,5MByte
- 2800dpi = 244MByte
- 2880dpi = 258MByte
 
Die Auflösung wird bekanntlich sowohl horizontal als auch vertikal angegeben. Bei einer Verdoppelung der Auflösung ergibt sich damit die 4fache Datenmenge!
Wird jetzt noch die Geschwindigkeit der Schnittstellen betrachtet (Parallel/USB ca. 1MByte/sec.), dann wird deutlich: bei 1440dpi benötigt allein die Datenübertragung über 60 Sek. Dazu kommen dann noch der Protokoll-Overhead und natürlich die Rechenzeit für die Datenaufbereitung im PC und im Drucker!
Artefakte - Unregelmäßigkeiten beim Druck
Schlechte Druckleistung kann viele Ursachen haben. Oft sind Schmutzpartikel oder Defekte die Ursache.
Einige Probleme sind jedoch systembedingt und sollen hier aufgezeigt werden.

zu niedrige Pixel-Dichte

Die Ausdrucke werden
grau
und sehen
ausgewaschen aus.
 

zu kleine Pixel

Linien sind unterbrochen,
Füllungen nicht flächig.
 

zu große Pixel

Linien blühen aus,
Zeichen werden
verwaschen
 

ausblutende Farben

Farben laufen ineinander,
unscharfe Kanten

ausgefranste Pixel

unscharfe Kanten
fehlerhafte Ausrichtung

unruhige Kanten,
krumme vertikale Linien
Defekte/verstopfte Düsen

horizontale Stör-
Streifen ohne Tinte
Papiertransport-Fehler

horizontale Stör-
Streifen ohne Tinte
Welches Papier ist optimal?
Der Markt bietet eine unüberschaubare Vielfalt an verschiedenen Papiersorten. Die optimale Qualität
Standard-Papier (normales Kopierpapier)

...die Tinte verteilt sich unregelmäßig in dem Papier und hinterlässt ein ausgefressenes Schriftbild
...die Tinte dringt unterschiedlich tief in das Papier ein, dadurch wird der Druck fleckig
...durch die unebene Oberfläche wird das Licht unterschiedlich reflektiert und dadurch die Ausdrucke matt.
Beschichtetes Papier (Coated Paper, Inkjet-Papier)

Eine Spezialbehandlung des Papier  sorgt für eine homogene Verteilung bzw. Eingrenzung der Tinte beim Eindringen in die speziell aufgebrachten Schichten.
Vorteil: die Tintentröpfchen sind schärfer eingegrenzt und dadurch weniger ausgefranst.
Die erhöhte Auflösung liefert Ihnen
schärfere und  damit detailreichere  Ausdrucke.

Nicht jedes Papier zu jedem Drucker ergibt optimale Ergebnisset. Sie sollten verschiedene Papiersorten erst einmal testen, bevor Sie sich eine große Packung kaufen!
 
Photo-Papier (Glossy-Paper)

Glossy-Paper besitzt eine doppelte Beschichtung.

Die Farben
werden durch die noch
höhere Reflexion kräftiger und leuchtender.
Die Oberfläche des Papier ist noch heller und die Tinte dringt noch tiefer in die Schichten des Papiers und wird in der zweiten Schicht gebunden. Die Ausdrucke werden damit wischfest und mit entsprechenden Papiersorten sogar wasserfest. Gleichzeitig erhöht sich zusätzlich die Langzeitstabilität der Farben.
Vorteile:
+ Hohe Druckqualität auf gutem Papier, fotoähnlicher Druck auf Spezialpapier möglich.
+ gute Druckqualität bei Text und Grafik auf Normalpapier
+ geringere Belastung der Umwelt
+ günstige Druckerpreise
+ sehr leise beim Ausdruck
Nachteile:
- relativ hohe Kosten der Tinten u. Spezialpapiere
- überwiegend nicht wasserfest u. keine hohe Lichtbeständigkeit
- Fotoqualität nur auf teuren Foto-Papieren
- relativ niedrige Druckgeschwindigkeit falls hohe Qualität gewünscht wird
- auf Standardpapier schlechte Ausdrucke (Recycling-Papier)
(c) 2001 Jochen Drexel ... Der Druckeronkel

 

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